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Es hilft nichts... wir müssen zaubern lernen...

January 21, 2018

Wir erleben es immer wieder… Tiere werden unüberlegt angeschafft und schon bald ist der neue Tierhalter überfordert. Wenn dieser sich dann, im Glauben eine gute Tat zu vollbringen, sich an Tierschutzorganisationen wendet und diese um ihre Hilfe bittet, bekommen wir dann die wildesten Geschichten zu hören… Allergien , Todesfälle, Krankheit etc..… wie sich oftmals herausstellt, entspricht dies selten bis überhaupt nie der Wahrheit.

Ein Grund muss her, der Hund muss weg und das möglichst schnell.

 

Ein kleines Beispiel... vor einigen Jahren ereilte uns ein Hilferuf einer "verzweifelten" Dame, die sich Sonntagnachmittag einen Hund genommen hatte und am Montagvormittag schon restlos überfordert war. Plötzlich fiel ihr ein, sie ginge ja 40 Stunden arbeiten und der Hund wäre eine Belastung. Seltsam.
Sie rief uns an und bat uns um Hilfe. Als Boxernothilfe, denn es handelte sich hierbei um einen Boxer, versuchten wir der Dame zu helfen und begannen nach einer geeignete Pflegestelle zu suchen. Von dem Zeitpunkt des ersten Anrufes, bis zum Zeitpunkt wo jeder normale Mensch spät Abends die Augen schließt und nach einem anstrengenden Arbeitstag die Bettruhe geniessen möchte, folgten unzählige Anrufe, SMS und Drohungen den Hund auszusetzen.
Wie kann man sich nur Tierschutzorganisation nennen und dann nicht in der Lage sein, einen Hund aufzunehmen??? Ja, wie können wir bloß?!?!?!
Nun ja, liebe ehemaligen Hundehalter… wie den meisten vielleicht entgeht, betreiben wir unsere Tierschutzaktivitäten ZUSÄTZLICH zu unseren normalen 40 Stunden Jobs, machen es ehrenamtlich und legen jedes Monat unzählige private Euros dem Tierarzt und anderen „Gläubigern" auf den Tisch um genau solchen Fällen helfen zu können. Hunden die unüberlegt angeschafft wurden, lästig wurden oder gezüchtet wurden, obwohl es auf dieser Welt wohl mehr als genug Hunde gibt. Aussagen wie "ich möchte meine Hündin unbedingt einmal decken lassen "einen davon behalte ich mir eh""… Gegenfrage … was passiert mit den anderen 10? Ganz genau, dafür gibt es ja uns Tierschützer die sich dann darum kümmern…. Denken Sie.
Der erwähnte ungewünschte Boxerrüde sollte natürlich auf schnellst möglichem Wege das Feld räumen und so wenig wie möglich Aufwand erzeugen.
Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass er natürlich abzuholen wäre, denn man ist ja nicht bereit ihn wohin zu bringen. 

Nachdem wir mit Anrufen und SMSen bombardiert wurden, in der Annahme wir würden schlafen, Däumchen drehen und nicht arbeiten oder unser Geld verdienen, wurden die Drohungen den Hund auszusetzen oder ins Tierheim zu bringen immer größer. Nach unserem Hinweis im Tierheim sei aber eine Abgabegebühr zu bezahlen wurde die besagte Dame dann kurzfristig etwas „freundlicher".
Nachdem unsererseits eine geeignete Pflegestelle in Kooperation mit einer anderen Organisation aufgetrieben werden konnte, wurde der Hund übernommen. Es sei erwähnt das vom Zeitpunkt des ersten Anrufes bis zum Zeitpunkt der Übernahme 24 Stunden vergingen.

Wenngleich wir anmerken wollen, dass die Dame sicherlich in guter Absicht gehandelt hat und sich auch danach um das Wohlergehen des Hundes erkundigt hat...warum bitte muss das davor immer mit soviel Druck und Stress verbunden sein... wir tun ja ohnehin alles was in unserer Macht steht!


In Summe brachte diese Aktion 24 Stunden Stress, unzählige Anrufe, einen 10 kg untergewichtigen Hund mit Hüft- und Rückenproblemen, der noch dazu unverträglich ist und ein medizinischer Sparkassenfall ist. Ein Hund der Zeit seines Lebens ungewollt war und dann noch hinter Gittern in einem Tierheim sitzen musste, weil er aufgrund seiner Unverträglichkeit auf keine normale Pflegstelle reisen konnte. Ein Hund der getrauert hat, sein Leben nicht verstand, Schmerzen hatte und so bald keine Aussicht auf ein schmerzfreies, glückliches Leben hatte. Und nicht zuletzt ein Hund der Unsummen von Geld kostete um ihm das Leben zu ermöglichen das ihm zusteht.
Geld das im Tierschutz nicht vorhanden ist, Geld das wir mühevoll aus Spenden zusammentreiben müssen und nicht selten aus eigenen Tasche bezahlen…

 

Aber eines konnten wir ihm versprechen – er war in guten, verlässlichen Händen, bei Menschen die sich um ihn kümmerten und ihm seine aktuelle Situation so gut wie möglich zu gestalteten

 

Der Rüde fand einen traumhaft schönen Platz wo er noch einiges Jahre verbringen durfte. Danke an die Person, die sich im annahm und sich von all seinen Problemen nicht abschrecken lies.

 

 

 

 

 

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