Geschichte des Boxers

Die Geschichte des Boxers geht weit in das Mittelalter zurück. Bereits im 17. Jahrhundert ist von einem dem Boxer äußerst ähnlichen Hund die Rede. Die "Zucht" dieses Bullenbeißertyps beginnt jedoch viel früher, die Spur verschwindet im frühen Mittelalter. Es wird sogar vermutet, dass eine Verwandtschaft zu den Doggen besteht, welche von den Römern im zweiten Jahrhundert bevorzugt in den Tierkampfarenen eingesetzt wurde.
Klar wird die Linie des Boxers eindeutig im "Bullenbeißer" oder "Bärenbeißer", der etwa im 18. Jahrhundert zur Jagd und Hatz eingesetzt wurde. Das "Spezialgebiet" dieser Hunde waren besonders große und wehrhaft Wildtiere, gegen die sie sich alleine durchsetzen musste. Daraus gehen wichtige Charaktereigenschaften des heutigen Boxers hervor: selbständiges Arbeiten, Mut und Draufgängertum waren die Stärken der "Bullenbeißer" und sie zeichnen sich in dem Wesen ihrer Nachkommen noch deutlich ab. Leider wird heute der Sinn für Eigenständigkeit beim Boxer häufig als Sturheit angesehen. Erzielt wurde diese konstante Vererbung der Charakterstärke schon damals durch eine strenge "Auswahl" der Hunde, die für die Weiterzucht in Frage kamen: von den Hunden kehrte meist nur ein fünftel lebend aus dem Wald zurück.

Boxer um 1790
Als dann Schusswaffen für die Jagd verwendet wurden, verlor der Bullenbeißer seine Aufgabe und wurde für lange Zeit auf den Höfen von Metzgern für das Treiben und "in Schach halten" von Vieh eingesetzt. Geschichtlich belegt ist aus dieser Zeit auch die Einkreuzung englischer Bulldogge von denen in den zwanziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts viele nach Deutschland kamen.
Die Wiege des Boxers, wie wir ihn heute kennen, liegt in Bayern, wo speziell in München über Jahrzehnte hinweg die Zuchtbasis für Boxer geschaffen wurde, die mit der ersten Hundeausstellung 1895 bei dem zum Ersten Mal ein Boxer, "Mühlbauers Flocki", teilnahm, gipfelte. Noch im selben Jahr wurde der Boxerclub in München, ein Jahr später der Deutsche Boxerclub eingerichtet. Die beiden Organisationen vereinigten sich bald und am 14.01.1902 wurden die ersten gemeinsamen Rassekennzeichen verabschiedet, zwei Jahre später das erste Boxerstammbuch veröffentlicht, wiederum ein Jahr später der erste Rassestandard. Dies war der offizielle Beginn der Boxerzucht.

Boxer um 1900
Zu Beginn der Gebrauchshunde Karriere des Boxers, die erst 1924 offiziell anerkannt wurde, setzte man Boxer bei der Deutschen Armee für den Dienst in Ostafrika ein und im selben Jahr führte die Österreichische Gendarmerie den Boxer als Begleithund ein. Ein frühes Ende der Boxerzucht in Deutschland, hätte beinahe der erste Weltkrieg bedeutet, weil damals alle Boxer von der Armee eingezogen wurde und der Großteil am Schlachtfeld den Tod fand.
Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Aussehen des Boxers noch verändert, doch vor allem gelang es, diese großartige Rasse zu einer international anerkannten Rasse zu machen, die sich heute noch eines ausgezeichneten Rufes erfreut.